Turnriege 2020-01-18 Vorstandsausflug Schaffhausen

Als Dank für die geleistete Arbeit erhält der Vorstand einen bescheidenen Betrag, um sich eine Auszeit von den Pflichten zu nehmen und gemeinsam etwas erleben zu können. Wohin das Reisli dieses Jahr ging wurde den Teilnehmenden nicht mitgeteilt. So war denn die Spannung im Vorfeld mindestens so gross wie die Vorfreude.

Unser Hamburger, Michelle durfte den Anlass auf die Beine stellen. Und sie hielt sich wahrlich bedeckt mit den Informationen. Einzig wussten wir, dass der Treffpunkt schon frühmorgens um 09:30 Uhr :) beim HB Winterthur war, wo wir die S12 bestiegen und nach Norden ins schöne Schaffhausen fuhren. Nach kurzem Spaziergang durfte jeder von uns beim Toursiten-Informationszentrum seinen persönlichen, grüne Stoffsack mit der Aufschrift "FoodTrail" entgegennehmen. Dazu gab es einen Bogen mit Bons für 6 sogenannte Genussstationen und eine kurze Erklärung. Und schon ging es los.TVS TUR BLD 2020 01 18 Vorstandsausflug 1

Michelle, unsere Gruppen-Chefin und FoodTrail-Vorleserin hatte die Situation und uns jederzeit im Griff. Zu jeder Station wurden die Interessierten über die Geschichte informiert. So erfuhren wir zum Beispiel nebenbei, dass beim Touristen-Informationszentrum ursprünglich die Glockengiesserei stand. Dies bezeugt auch ein mit Glas abgedecktes Loch im Boden, durch das man eine alte Lehmform bestaunen kann. Das ist sehr spannend (ok, für die einen) aber wir hatten ja vor allem die Genussstationen im Sinn. Doch wo waren die? Ein Rätselhafter Text gab gerade genug Infos preis, dass man das Restaurant - oder suchen wir doch eher ein Geschäft? - finden konnte. So war es bereits im ersten Abschnitt hilfreich, wenn man in groben Zügen die gotische von der romanischen Architektur unterscheiden kann. Auch zu wissen wie ein Erker aussieht, ist Plficht. Das ist wahrlich eine leichte Übung. Aber den richtigen Erker zu finden, das ist etwas ganz anderes. Schaffhausen ist wirklich die Stadt der Erker. Michelle las vor, dass bereits Goethe dies bemerkt hatte und deshalb fasziniert festhielt der Möglichkeit ".. unbemerkt zu sehen und zu beobachten ohne dabei gesehen zu werden". Aber 12 Augen sehen mehr als nur zwei und so ward auch der spezielle Erker schnell gefunden und kurz darauf standen wir in der Konfiserie Rohr mit einer extra gewärmten Zwiebeledünne in der Hand. Fein war's und der erste Appetit war gezügelt. Frisch gestärkt nahmen wir die 212 Treppenstufen hoch zum Munot unter die Füsse. Der Munot, das Wahrzeichen Schaffhausens, das als militärische Festung erbaut jedoch nie als solche im Einsatz stand, bietet auch heute noch eine phantastische Kulisse. Von oben liessen wird den Blick über die Dächer Schaffhausens Altstadt und den nahen Rhein streifen. Die nächste Station konnten wir zwar nicht sehen aber der Munot ist immer einen Ausflug wert. Am Rheinufer machten wir beim «Güterhof» halt, wo wir im Freien eine feine Rieslingsuppe geniessen konnten. Nachdem die Sonne sich versteckt hatte, wurde es merklich kühler und wir zogen es vor, uns zur nächsten Station zu bewegen. Die Genuss-Stationen befinden sich vornehmlich in der schönen Schaffhauser Altstadt. Wir erfuhren nicht nur zur einiges über die 'alten Mauern', sondern auch zu den angebotenen Spezialitäten. Zum Beispiel die Schaffhauserzungen. Das feine Gebäck wurde um 1896 vom Sempacher Jean Reber-Hüsler in Schaffhausen erfunden und seither wird es von der Konditorei Reber als original Schaffhauserzungen angeboten. Zu jeder Spezialität gibt es Interessantes zu berichten. In der Folge durften wir beim "Chäs Marili" noch verschiedene Käsesorten kosten, uns im «Thiergarten» mit Falken Bier erfrischen und zum Abschluss im Theaterrestaurant Schaffhauser Wein zu Gemüte führen. Die Zeit flog dahin, schon wurden wir von Michelle ermahnt, dass wir das Lokal wechseln müssten.TVS TUR BLD 2020 01 18 Vorstandsausflug 2

Denkbar kurz war der Weg. Vom Theater querten wir den Herrenacker, um im Casino von Marco, dem Manager freundliche empfangen zu werden. In einer kurzen Führung durch die Lokalität erklärte er uns das Business und die Hintergründe zum Spielgeschäft. Es war sehr lehrreich und mehr als einmal ging einem ein "aha" auf. Dann wurden wir flugs in die Spiele Roulette und Black Jack eingeführt. Unser Gefühl, dass die Führung vor allem zum Zweck hatte, uns als dauerhafte Spieler 'anzuwerben' wurde von Marco bestätigt und keinesfalls geschönt. Ja, das Casino will, dass die Leute spielen und ihr Geld bringen. Ist irgendwie ja auch klar. Schlussendlich durften wir uns an den Spieltischen austoben, wenn auch mit kleinem Betrag. Kein Vergleich zu den Millionen, welche, so man den Erzählungen Glauben schenken mag, manchmal über den Tisch gereicht werden. Aber wir hatten auch so unseren Spass. Wir wurden flankiert von illustren Gästen. Viele Spieler waren (noch) nicht da und doch war die Dichte an komischen Vögeln schon recht hoch. Eine Dame, welche ihren Zenit vor einer Weile schon überschritten hat, echauffierte sich darüber, dass andere durch Anfängerglück und durch Zufall gewannen und sie nicht. Allerdings brachte sie ihre Unkenntnis zum Spiel nicht in den Zusammenhang zu ihrem Verlust. Daneben der Jungspund (war der schon 18 jährig?), der schon über 450 Stunden am Tisch verbracht hat und die Belegschaft persönlich kennt ("..Deine Schminke sieht heute nicht so toll aus"). Er spielte nicht nur Black Jack, nein, er dachte auch wie er. Unser Aufenthalt im Casino war gefühlt sehr kurz. Mitten in der Bespassung meldete sich unsere Führerin, dass wir die Szenerie verlassen und erneut ein anderes Lokal aufsuchen sollten.

Das Restaurant "US Mex" war die nächste Station. Der Hunger hielt sich zwar in Grenzen aber den Nachos, den Tortillas, den Burgern und vor allem dem Margherita konnten wir einfach nicht widerstehen. Das Essen schmeckte vorzüglich und es gab ziemlich grosse Portionen. So hielten wir es länger aus als gedacht. Spät abends trafen wir wieder im heimischen Winterthur ein.

Der Vorstandsanlass hat riesigen Spass gemacht. Die Aktivitäten, das Essen und die angenehme Gesellschaft der Vorstandskolleginnen- und kollegen liess die Zeit rennen und den Augenblick gar flüchtig erscheinen. Mit Goethes Worten ausgedrückt möcht man sagen: "Verweile doch! Du bist so schön!".

Vielen Dank, Michelle, für die perfekte Organisation unseres Vorstandsanlasses.
Michael Rüttimann