Männer  2019-09-12  Turnfahrt ins Poschiavo

Am 12. September frühmorgens entern zahlreiche Seemer Männerturner den oberen Stock des ersten Wagens der S11. Emil B ist auch schon da, aber wo ist Elmar? Im Bahnhof Winterthur steigen weitere Turner zu, inklusive Kassier welcher die Billette verwaltet. Der Präsi und Organisator erwartet uns am Ziel in Poschiavo und wird uns seine zweite Heimat zeigen.TVS MAN BLD 2019 09 12 Turnfahrt 3

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Laut Programm ist der Verzehr der mitgebrachten Znüniverpflegung zwischen Chur und Samedan vorgesehen, doch einige plagt der Hunger und Durst bereits im Zug nach Zürich. In Chur steigen wir in die Rhätische Bahn nach Samedan um. Die pittoreske Strecke mit ihren zahlreichen Kehrtunneln weckt Erinnerungen an die Anekdote Im Buch «Mein Name ist Eugen». Wie heisst nun schon wieder der Autor?

In Samedan besteigen wir das Postauto über die Bernina nach Poschiavo. Das soll zwar schneller sein als die Bahn, aber ziemlich überfüllt, so dass einige stehend die Fahrt geniessen, Fitnessprogramm inklusive. Offenbar ist die Reservation nicht bei der Postauto AG angekommen. In Poschiavo empfängt uns Ruedi Dürsteler. Während einer Stadtführung haben wir auch kurz Gelegenheit unseren Durst zu löschen. Anschliessend wandern wir dem Poschiavino entlang zum Fischereiweiher bei Tonghi. Hier haben uns Mariangela und ihre Schwester Olympia ein reiches Picknick bereitgestellt mit Fleisch, Käse und Wein aus der Region. Herzlichen Dank den beiden Damen für die gute Verpflegung im passenden Ambiente. Gut gestärkt ziehen wir weiter über Le Prese, wo uns eine Gruppe verlässt und per Bahn nach Tirano weiterzieht. Die übrigen wandern dem linken Seeufer entlang nach Miralago mit Ziel Brusio. Kurz vor Miralago zieht eine Gruppe bergwärts nach Brusio, während die Gruppe mit dem Schreiber nach Miralago wandert und an der Beach Den Durst löscht und Torta di Nonna geniesst.  In Brusio finden sich die zwei Gruppen wieder zur gemeinsamen Weiterfahrt nach Tirano. Nach Zimmerbezug führt uns Ruedi noch durch die Sehenswürdigkeiten der Stadt und zum gemeinsamen Abendessen.

 

Am Freitag dem 13. September – wir sind nicht abergläubisch – fahren wir bei strahlendem Sonnenschein nach Brusio. Nahe des Kreiselviaduktes der Rhätischen Bahn, einem eindrücklichen Bauwerk zur Überwindung der Höhenstufe erblicken wir seltsame steinerne Iglus. Diese Crotti oder Trulli genannten, archaisch anmutenden Kuppelbauten in Trockenmauerwerk dienten zur Aufbewahrung von verderblichen Lebensmitteln und nutzten die Kon-densationskälte der darunter fliessenden Wasserläufe zur Kühlung.

TVS MAN BLD 2019 09 12 Turnfahrt 4Anfänglich führt der Weg der Weitwanderer durch schattige Kastanienhaine mal aufwärts dann wieder abwärts über Villa di Tirano und Bianzone nach La Gatta. Kurz vor Madonna die Tirano bei einer Kapelle und einem Brunnen mit kühlem Wasser machen wir eine Mittagsrast. Wir verlassen nun den schattenspendenden Wald und wandern durch die Rebberge. Unerbittlich scheint die Sonne und bringt uns ins Schwitzen. Die Rebberge sind steil und durch zahlreiche Mauern in Etagen gegliedert. In älteren Parzellen sind die Reben in der Fallinie angelegt, neuere Anlagen sind in Terrassen angelegt, die Reben bilden sozusagen Höhenkurven. Das ehemalige Dominikanerkloster La Gatta ist seit 1969 im Besitze der Familie Triacca. Wir kommen in den Genuss einer Führung durch den Cousin von Mariangela. Im Gewölbekeller wird uns ein Apéro serviert mit Blick auf die in Barriquefässern lagernden edlen Tropfen. Im Ess-Saal der ehemaligen Klosterbrüder wird uns ein mehrgängiges Menü serviert mit Degustation von speziellen Weinen aus dem Valtellino.

Am Samstagmorgen verlassen wir Tirano. In Cavaglia besichtigen wir noch die Gletschermühlen. Wirklich eindrücklich, was bewegtes Wasser in Jahrhunderten aus dem Felsen modelliert hat. Von Cavaglia nehmen einige Unermüdliche den steilen Anstieg zur Alp Grüm in Angriff. Auf Höhe des Lagh da Palü mit Sicht auf den arg geschrumpften Palügletscher lädt ein Berggasthaus zum Picknick ein. Auf der Alp Grüm sind alle Teilnehmer wieder vereint zur gemeinsamen Heimreise.

Ganz herzlichen Dank Ruedi für die interessante Reise in deine zweite Heimat und auch Mariangela und Olympia für die freundliche Bewirtung am Fischereiweiher.

Herbert Weber
Aktuar Männerriege TV Seen

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