Jugend  2018-09-01  Jugend Turn- Spiel- und Stafettentag

Rund ums Seemerdorfet-Wochenende ereignet sich jährlich der Jugend Turn- Spiel- und Stafettentag. Je nach Ansicht bildet dieser den jeweiligen Saisonabschluss, oder aber den Saisonstart des darauffolgenden Jahres. Er eignet sich somit als Wettkampf zum Bilanz ziehen.

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TVS JUG BLD 2018 09 01 JTSST 1Da mir persönlich die dramatisch-spektakulärere Zuschreibung als Saisonhöhepunkt lieber ist, wird er auch, und da ist das Leiterteam homogener Meinung, als der Höhepunkt behandelt. Er stellt im Normalfall den einzigen Gruppenwettkampf der Saison dar und ist somit aus sportlicher Hinsicht vielmehr als nur ein Schaulaufen der immergleichen Einzeltalente. Vielmehr lässt sich die Stärke gesamter Riegen damit viel besser vergleichen, was ihn gerade als Leiter interessant macht. So ist zum Beispiel nicht nur der Vergleich verschiedener Vereine, sondern auch der Vergleich innerhalb der Jugendriege Seen zwischen den einzelnen Altersstufen interessant. Man munkelt, dass gewisse Leiterpersönlichkeiten ein Grossteil ihres Leiteregos aus den Resultaten ihrer Riege an diesem Wettkampf ziehen. Oder halt die Schmach einer Niederlage für ein Jahr erdulden müssen, bevor sie in einem neuen Anlauf den Leiterkollegen die Stärke ihrer Riege zeigen können. An Motivation dürfte es also nicht gefehlt haben.

Nun aber zum Wettkampf, dessen Gruppendisziplinen vielseitiger nicht sein könnten.

Die wohl symptomatischste Disziplin des Wettkampfs ist der Hindernislauf, der in seinem Ablauf reichlich absurd, willkürlich und diffus scheint. Dennoch zeigen sich an den enormen Differenzen der einzelnen Gruppenresultate, dass es hier weniger auf konditionelle, sondern vielmehr auf koordinative Teamarbeitskompetenzen ankommt. Sei dies beim Tandem-Skifahren oder dem Reifen-Rollen. Irgendwo bleibt dann doch meist einer im Eifer des Gefechts hängen und schmälert selbst die beste Gruppenleistung damit enorm. Dies durfte die Seemer Oberstufe erfahren, die trotz solider Leistung «nur» den 6. Rang aus 29 Teams erreichte. Von den drei Mittelstufenteams erreichten Seen 2 und Seen 1 ebenfalls den für Seemer Verhältnisse mässigen 7. bzw. 8 Rang (von 38), wobei sowohl die Ober- als auch Mittelstufe dafür mit Auszeichnungen belohnt wurden. Über alle Zweifel erhaben waren hingegen die Kleinsten des Seemer Nachwuchses: Mit mehr als 7 Sekunden (!) Vorsprung lief Seen 1 hier aufs Podest, wobei diese Leistung noch mit Rang 11 von Seen 2 zur Perfektion umrahmt wurde! GRATUATION!

Eine dem klassischen Turnbetrieb ebenfalls eher fremde Disziplin stellt das Seilziehen dar. Die Oberstufe scheiterte etwas unglücklich am Einzug in den kleinen Final, was ihr ebenfalls keinen Podestplatz, aber den guten 5. Platz mit Auszeichnung einbrachte. Als hätte man es sich bei der Oberstufe abgeschaut, erreichte auch das Spitzenteam der Mittelstufe im Seilziehen «nur» den Rang 5. Dies sind beileibe keine schlechten Resultate, entsprechen aber nicht den enormen Leistungserwartungen, die die Seemer Jugend aufgrund der brillanten Resultate vergangener Jahre an sich selbst stellt.  So war es wiederum die Unterstufe, die mit ihrem Rang 1 im Seilziehen die Seemer hier auf Podest repräsentieren konnte, knapp gefolgt von Seen 2, die mit Platz 5 noch eine Auszeichnung holten. Im internen Riegenwettkampf lag die Seemer Unterstufe also bereits mit 2:0:0 Goldmedaillenplätzen vor der Mittel- und Oberstufe.

Nun aber zur ersten Disziplin, die klassischen Leichtathletikcharakter hat: Dem Ballwurf. Die Oberstufe, ersatzgeschwächt und vergleichsweise jungen Jahrgangs, holte hier zum Bestresultat aus und warf sich ohne Zweifel aus den Platz 1. Davon motiviert wollte die Mittelstufe zu denselben Sternen greifen, musste sich aber aufgrund von fehlenden 43cm in der Durchschnittsweise mit Platz 2 zufriedengeben. Und unsere kleinsten Nachwuchsturner? Würden sie hier zum dritten Mal nach Gold greifen? Leider nein. Ihnen fehlten lediglich 39 cm Durchschnittsweise, um Veltheim vom Platz 1 zu stossen. Doch ihr 2. Rang verdient ebenfalls höchsten Respekt.

In der Oberstufe gilt die Schwedenstafette als die Königsdisziplin des Tages, da sie einerseits nur von der Oberstufe ausgeübt wird, anderseits weil die Zuteilung der jeweiligen Laufstrecken der einzelnen Nachwuchsturner sehr schwierig ist. Zusätzlich schien es in diesem Jahr eine verhältnismässig grosse Konkurrenz in der Kategorie A, also jener der Oberstufe, zu geben. In einem packenden Rennen lief die Oberstufe hier vor 28 anderen Vereinen zum hart umkämpften Sieg. Erschöpfte Gesichter paarten sich hier mit der Freude darüber, dass man wohlwissen eine Wahnsinnsleistung gegenüber der teilweise älteren Konkurrenz erbracht hatte.

Höhepunkt des Tages ist, wie so oft in der Turnwelt, die Pendelstafette, die wiederum von allen Riegen bestritten wird. Während die Unterstufe hier auf die 3. von 4 möglichen Medaillen hoffen konnte, wollte die Mittelstufe zumindest in ihrem letzten Anlauf zumindest in einer Kategorie Gold holen (nach dem knappen 2. Rang im Ballwurf). Für die Oberstufe wäre etwas anderes als ein Sieg in der Pendelstafette gar kein Thema, holte sie sich doch seit unzähligen Jahren (und das heisst seit mindestens 10 Jahren) in dieser Disziplin ohne Ausnahme den Podestplatz Nummer 1.

TVS JUG BLD 2018 09 01 JTSST 2Doch dieses Jahr kam es anders: Die Oberstufe musste aus organisatorischen Gründen auf einige ihrer schnellsten Sprinter verzichten und schaffte es nicht einmal auf einen Auszeichnungsrang. Zum ersten Mal seit mehr als 10 Jahren ging somit das Pendelstafettengold der Oberstufe nicht nach Seen. Da machte es die Mittelstufe schon deutlich besser. In einem heiss umkämpften Rennen mussten sie sich wiederum gegen Veltheim geschlagen und mit dem 2. Platz zufriedengeben, aufgrund von nur 32 Hundertsteln Rückstand. Die Meisterleistung gelang dafür der Unterstufe. Der Seemer Startläufer eröffnete das Rennen auf dem mittlerweile vom Regen durchnässten Rasen mit einem spektakulären Ausrutscher bzw. einem Sturz. Rennen vorbei? Denkste… Stück für Stück arbeitete sich das Seemer Jungteam im Rennen nach vorne und durfte trotz des kapitalen Startfehlers in mit mehr als 2 Sekunden Vorsprung als Sieger ins Ziel einlaufen. Die Seemer Ehre in der Pendelstafette wurde dank der Unterstufe doch noch gerettet.

Wie erfolgreich war also der Tag für die Seemer? Im Gegensatz zu den letzten Jahren führte in erster Linie die Jugend Unterstufe mit drei glatten Gold- und einer Silbermedaille die Konkurrenz vor. Die Mittelstufe mischte zwar in jeder Disziplin ganz vorne mit, für Gold reichte es dennoch kein einziges Mal. Nun ja, zweimal Silber ist ja auch eine sehr gute Leistung. Die Oberstufe konnte leider nicht an das Wahnsinnsjahr 2017 anknüpfen, und dies obwohl sie in zwei von fünf Disziplinen Gold holte.

Was bleibt also zu sagen: Wie jedes Jahr zogen die Seemer spätestens an der Rangverkündigung die neidischen Blicke der Konkurrenz auf sich. Unüberhörbar wurde der Name «SEEN» am meisten aufs Podest geholt. Am meisten trug dabei die kleinsten des Seemer Nachwuches mit ihrem besten Wettkampf seit Jahren bei. Dass für die Seemer jedoch diese Leistung noch ausbaubedürftig ist, zeigt wie engagiert, motiviert und diszipliniert sowohl die Leiter als auch die Jungs die Trainings und Wettkämpfe bestreiten. Und wer weiss, vielleicht heisst es ja in einem Jahr dann 13 Mal Gold für Seen. Unmöglich wäre dies jedenfalls nicht!

Jugend Oberstufe

2x Gold
2x Auszeichnung

Jugend Mittelstufe

2x Silber
5x Auszeichnung

Jugend Unterstufe

3x Gold
2x Silber
3x Auszeichnung

 

Fürs Leiterteam
Julian Bäcker