Turnriege 2018-09-15 Turnfahrt Valbella - Arosa

Eine rekordverdächtige Anzahl von 27 Mitgliedern nahm an der diesjährigen Turnfahrt vom 15./16.9.2018 teil. Die Altersspanne war beeindruckend gross von 17 bis 55 Jahren! Kann dies gut herauskommen? Sicher kann es Fragezeichen geben: Die Alten: Waren wir in jungen Jahren auch so? Wir haben doch früher sicher nicht noch einen Power-Nap genommen vor dem Ausgang! Und die Jungen: Werden wir wohl später auch mal so wie die Alten? Diese Alten haben aber noch ein beeindruckendes Wander-Tempo! Somit war dies die Gelegenheit, etwas über die Generations-Grenze hinwegzuschauen. Zum Glück hatten wir als Vermittler noch einen „mittelalterlichen“ Teilnehmer!

--> Fotos

Gestartet sind wir wie immer beim Bahnhof Winterthur. Unser Reiseleiter Michael Binder lotste uns routiniert durch Züge und Bahnhöfe bis zur Seilbahn Brambrüesch in Chur. Von der Bergstation wanderten wir mit vielen Schweisstropfen stetig bergauf zum Dreibündenstein. Bei toller Aussicht und schönem Wetter genossen wir unser Berg-Picknick.TVS TUR BLD 2018 9 15 Turnfahrt Arosa

Die Wanderung führte uns auf schmalen, anspruchsvoll gefurchten Wegen bergab. Einige der Alten waren doch froh um ihre Wanderstöcke. Melanie dagegen ging locker in ihren Turnschuhen nach unten. Sie spare ihre Wanderschuhe im Rucksack für den schwierigeren Weg vom Sonntag! Au weia, was kommt da noch auf uns zu? Das nächste Zwischenziel war die Bergstation Pradaschier oberhalb Churwalden. Hier gab es zunächst eine kühle, flüssige Stärkung auf der Restaurant-Terrasse, bevor wir uns in die Rodelschlitten getrauten. Es waren Doppelsitzer, ein Bremser hinten und ein Mitfahrer vorne. Es soll einige Zweierteams gegeben haben, die sich nicht über das angemessene Tempo einig gewesen sind. Die Fahrt war beeindruckend lang mit vielen Kurven. Je nach Fahrstil, bildete sich (wie bei mir) eine Kolonne hinter dem Schlitten. Jedenfalls kamen alle heil unten an und wagten mehrheitlich noch eine zweite Fahrt.

Nach einer diesmal wirklich vorbildlich ruhigen Postauto-Fahrt bezogen wir in der Jugendherberge Valbella unsere Zimmer. Die Herberge ist sehr schön gelegen mit Aussicht auf den Heidsee und die Berge. Das Essen war fein und reichlich. Danach gab es wie bereits erwähnt den Power-Nap mit anschliessendem Ausgang für die Jungen und einen fröhlichen Kartenspiel-Abend für die Alten. Diese waren denn auch zuerst reif fürs Bett. Jetzt traten aber im gemeinsamen 6-er Zimmer Befürchtungen vor der kommenden Nacht auf. Braucht es einen Gehörschutz wegen der Schnarcher? Braucht es eine Gasmaske wegen der Zwiebelsauce? Nichts von alledem ist eingetroffen! Es war eine ruhige erholsame Nacht.

Am Sonntag trafen wir uns beim Frühstücks-Buffet. Der Altersunterschied war jetzt eindeutig geringer. Diverse Junge sahen am frühen Morgen doch recht alt aus! Zum Glück mussten wir zunächst nur bergab zur Talstation der Luftseilbahn gehen. Mit der Bahn und der Gondel schwebten wir in kurzer Zeit auf das 2861 Meter hohe Parpaner Rothorn. Aus der Bahn konnten wir die halsbrecherischen Bike-Abfahrten bestaunen, wo erst vor kurzem die Bike-WM stattgefunden hatte. Ich denke, es war gut, sind wir für die Fortsetzung des Tagesprogramms bei den Wanderschuhen geblieben. Es folgte ein steiniger, anfänglich doch rutschiger Abstieg vom Parpaner Rothorn. Melanie konnte ihre Wanderschuhe einsetzen. Eindrücklich war das Farbspiel der Felsen von Rot zu Schwarz zu Weiss. Nicht vergebens gibt es in dieser Gegen ein Rothorn und ein Weisshorn. Der Weg führte uns durch ein schönes Hochtal zum Aelplisee. Hier gab es eine kleine Pause mit Stärkung aus dem Rucksack. Ein erfrischendes Bad im Aelplisee wollte nur ein verrückter Teilnehmer der Alten nehmen.

Der Wanderweg führte über eine längere Traverse oberhalb des Schwellisees Richtung Arosa. Im etwas oberhalb des Dorfes gelegenen Restaurant Alpenblick gab es die Mittagsrast. Es war gemütlich, das Essen aber nicht über alle Zweifel erhaben. Der Salatteller war klein, der Käse über den Hörnli schimmlig, dafür war die Riesen-Cremeschnitte extraklasse! Eine letzte Wanderung quer durch Arosa führte uns nun zur Garage der Bierbrauerei Arosabräu. Es ist beeindruckend, wie dieser Brauverein in einer grossen Garage eine ganze Brauerei nur mit Wochenend-Betrieb eingerichtet hat. Wir konnten die verschiedenen Biersorten degustieren. Als Bieralternative gab es den Aroser Haustee, auch sehr fein! Die Heimfahrt führte zunächst durch gefühlte tausend Kurven mit der Bahn das Schanfigg hinunter nach Chur und dann in der SBB Richtung Winterthur. Hier führten die angesammelten Alkoholpromille zusammen mit dem teilweise hohen Testosteronspiegel zu recht auffälligem lautem Verhalten. Jedenfalls verschwand mein Tinnitus bereits am Montagmorgen wieder.

Herzlichen Dank an die Organisatoren Michael Binder und Fabio Cescato!

Martin Stuck